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Der Letzte seines Hauses - Landgraf Ferdinand von Hessen-Homburg | © Stadtarchiv Bad Homburg v. d. Höhe
18.03.26 | Vortrag / Lesung

Der Letzte seines Hauses - Landgraf Ferdinand von Hessen-Homburg

Vortrag in der Reihe "Aus dem Stadtarchiv"
  • Barrierefrei

In seinem Vortrag berichtet Alexander Kraft über den letzten Landgrafen von Hessen-Homburg: Ferdinand Heinrich (1783-1866), fünfter Sohn Landgraf Friedrichs V., trat mit 17 Jahren in den Militärdienst ein. Hoch dekoriert und mehrfach schwer verwundet kämpfte er als österreichischer Kavalleriegeneral in den napoleonischen Kriegen, trat besonders bei der Schlacht an der Piave in Italien sowie bei der Völkerschlacht von Leipzig heldenhaft hervor und erhielt – wie vier seiner Brüder auch – vom österreichischen Kaiser das Maria-Theresien-Kreuz verliehen.

Ferdinand, der 1848 als letztes männliches Mitglied des Hauses Hessen-Homburg die Regierung antrat, war ein einzigartiger und eigenwilliger Zeitgenosse, ein Sonderling, der eine lange Reihe von skurrilen Angewohnheiten hatte. Er hasste Prunk und Luxus, lebte sehr spartanisch in der Orangerie des Schlosses und liebte die Jagd. Als Kind des Feudalismus regierte er völlig losgelöst von jeder Volksbeteiligung, war menschenscheu, aber trotz aller Verschlossenheit bei seinen Untertanen überaus beliebt und geschätzt. Er regierte sehr gewissenhaft, sparsam und gütig. Es gelang ihm nicht nur, die Staatsfinanzen wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen und Schulden abzubauen, sondern er kümmerte sich auch in besonderer Weise um Notleidende und hatte für noch so kleine Anliegen ein offenes Ohr, wenn dieses aufrichtig und ehrlich an ihn herangetragen wurde.

In spannenden Geschichten und lustigen Anekdoten wird Ferdinand als Mensch und Regent erlebbar, und Sie erfahren mehr über den Mythos, der ihn noch heute – fast genau 160 Jahre nach seinem Tod – umgibt.

Datum

Mittwoch, 18.03.26 -

Beginn um 19:00 Uhr

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Eintritt

Eintritt frei

Adresse
Tannenwaldallee 50
61348 Bad Homburg
Veranstalter
Stadtarchiv in der Villa Wertheimber
Tannenwaldallee 50
61348 Bad Homburg

Veranstaltungsort
Villa Wertheimber

1898 erwarben der Frankfurter Bankier Julius Wertheimber und seine Frau Ketty den Gustavsgarten und ließen durch den Architekten Franz von Hoven eine prächtige Sommerfrische-Villa im Stil der Neorenaissance errichten. Die Familie Wertheimber gehörte in Bad Homburg zum Kreis der Honoratioren. Im Dritten Reich musste die Tochter des Ehepaars Wertheimber, Juliane Krahmer, das Anwesen unter Preis veräußern. Sie emigrierte nach Frankreich und starb 1940 nahe Paris. In den 1940er Jahren war kurzzeitig die Marinemusikschule Frankfurt in der Villa untergebracht, 1947 richtete der Verein Hirnverletzenheim eine Klinik darin ein. Nach einem mehrjährigen Restitutionsprozess wurde das Anwesen an die Erben von Juliane Krahmer zurückgegeben, die es der Bundesrepublik verkauften. Das Hirnverletztenheim wurde im Laufe der Jahre um Therapie- und Bettenbauten erweitert und zu einer namhaften Neurologischen Klinik ausgebaut. 2004 schloss die Klinik ihre Pforten. Im April 2011 erwarb die Stadt Bad Homburg das Anwesen. Heute befindet sich in der Villa das Stadtarchiv, das in einem Anbau das "Gedächtnis der Stadt" verwahrt. Urkunden, Akten, Bücher, Karten, Pläne, Fotos, Postkarten, Schallplatten, Filme und vieles mehr kann man zu festen Öffnungszeiten im Lesesaal einsehen. Vorträge, Führungen und Stöbertage ergänzen das Angebot zur Bad Homburger Stadtgeschichte auf vielfältige Art und Weise . Im Obergeschoss der Villa befindet sich die „Hölderlin-Wohnung“, in der Schriftsteller*innen und Forscher*innen auf Einladung der Stadt Bad Homburg kostenfrei wohnen können.

Adresse
Villa Wertheimber
Tannenwaldallee 50
61348 Bad Homburg

Umgebung