In seinem Vortrag berichtet Alexander Kraft über den letzten Landgrafen von Hessen-Homburg: Ferdinand Heinrich (1783-1866), fünfter Sohn Landgraf Friedrichs V., trat mit 17 Jahren in den Militärdienst ein. Hoch dekoriert und mehrfach schwer verwundet kämpfte er als österreichischer Kavalleriegeneral in den napoleonischen Kriegen, trat besonders bei der Schlacht an der Piave in Italien sowie bei der Völkerschlacht von Leipzig heldenhaft hervor und erhielt – wie vier seiner Brüder auch – vom österreichischen Kaiser das Maria-Theresien-Kreuz verliehen.
Ferdinand, der 1848 als letztes männliches Mitglied des Hauses Hessen-Homburg die Regierung antrat, war ein einzigartiger und eigenwilliger Zeitgenosse, ein Sonderling, der eine lange Reihe von skurrilen Angewohnheiten hatte. Er hasste Prunk und Luxus, lebte sehr spartanisch in der Orangerie des Schlosses und liebte die Jagd. Als Kind des Feudalismus regierte er völlig losgelöst von jeder Volksbeteiligung, war menschenscheu, aber trotz aller Verschlossenheit bei seinen Untertanen überaus beliebt und geschätzt. Er regierte sehr gewissenhaft, sparsam und gütig. Es gelang ihm nicht nur, die Staatsfinanzen wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen und Schulden abzubauen, sondern er kümmerte sich auch in besonderer Weise um Notleidende und hatte für noch so kleine Anliegen ein offenes Ohr, wenn dieses aufrichtig und ehrlich an ihn herangetragen wurde.
In spannenden Geschichten und lustigen Anekdoten wird Ferdinand als Mensch und Regent erlebbar, und Sie erfahren mehr über den Mythos, der ihn noch heute – fast genau 160 Jahre nach seinem Tod – umgibt.