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12.12.2017 Die Kurstadt hat ab heute einen neuen Busbahnhof.
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12.12.2017 Die Kurstadt hat ab heute einen neuen Busbahnhof.

Damit wird eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahre in Bad Homburg – der Umbau des Bahnhofsvorplatzes – abgeschlossen.
Dynamische Fahrgastinformationstafel am Bahnhof | © J. Reichwein

Neuer Busbahnhof bringt mehr Komfort

„Der Bahnhof war und ist das Tor zu unserer Stadt. Als wichtigster Verkehrsknotenpunkt sollte er nicht nur einen guten ersten Eindruck von unserer Stadt vermitteln, sondern auch den Reisenden – egal ob Pendler oder Tourist – einen praktischen Nutzen bringen. Ab heute können wir unseren Gästen endlich nicht nur im Bahnhofsgebäude ein angemessenes Willkommen in der Kurstadt bieten, sondern auch eine bequeme Weiterreise in der Kurstadt“, sagte Oberbürgermeister Alexander Hetjes bei der Einweihung.

Die Stadtbusse in Bad Homburg befördern täglich auf 23 Buslinien rund 24.000 Fahrgäste. Das Streckennetz beträgt 55 Kilometer mit 130 Haltestellen. Zusätzliche fahren auch mehrere Regionalbuslinien den Knotenpunkt am Bahnhof an. Für rund 750 Wagen führt daher pro Tag die Strecke über den Busbahnhof Bad Homburg. Die Busse können nun nach dem Umbau an einem von 12 Steigen halten.

„Da der Bahnhof der Hauptumsteigeplatz in der Stadt ist, war es uns ein besonderes Anliegen, hier die Verkehrssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig den Komfort für die Busnutzer zu verbessern. Deshalb wurde zum einen darauf geachtet, dass die Fahrbahn nur einmal gequert werden muss, dass die Fahrgäste im wahrsten Sinne des Wortes nicht im Regen stehen und dass auch Menschen mit Behinderungen den Bus gut nutzen können“, erläutert Oberbürgermeister Hetjes.

Für die Verkehrssicherheit wurde eine Mittelinsel geschaffen, die überdacht wurde. Die Abmessungen des Daches belaufen sich auf ca. 65 Meter auf 8 Meter (Dachfläche 520m²). An den beiden Außenhaltestellen wurden zwei einzelne kleine Fahrgastunterstände analog zum Hauptdach aufgestellt. Für das Buspersonal steht in unmittelbarer Nähe zukünftig eine Toilette zur Verfügung.

„Wir haben den Umbau auch dazu genutzt, endlich den Stand der Technik anzupassen, denn nichts ist als Fahrgast unbefriedigender als nicht zu wissen, ob sein Bus pünktlich kommt“, so Alexander Hetjes. Die Fahrgäste werden über die aktuellen Abfahrzeiten der Busse und Bahnen deshalb jetzt mit Hilfe einer so genannten Dynamischen Fahrgastinformation (DFI), einer elektronischen Anzeigetafel, informiert.

Das System besteht aus einer zentralen doppelseitigen Anzeigetafel und acht doppeltseitigen Anzeigern, die an den jeweiligen Haltepositionen der Busse angebracht sind. Die Anzeiger verfügen über LCD-Technologie in der Farbkombination weiße Schrift auf blauen Hintergrund. Die Tafel zeigt zunächst die Abfahrtzeiten laut Fahrplan als Uhrzeit. Sobald von einem Fahrzeug Informationen über den tatsächlichen Fahrtablauf vorliegen, wird die Dauer bis zur Abfahrt in Minuten dargestellt. Die Stadt hat mit dem Hersteller eine Probezeit von zwei Monaten vereinbart, um die Anzeige im laufenden Betrieb testen zu können.

Die zentrale Anzeigetafel informiert in den oberen 6 Zeilen über den Schienenverkehr und in den unteren 16 Zeilen über den Busverkehr (jeweils eine Zeile pro Linie) sowie über die aktuelle Uhrzeit. Die Zeilen für die Anzeige des Schienenverkehrs und des Busverkehrs sind untereinander optisch getrennt.

Zur akustischen Information von Blinden und Sehbehinderten ist auf einer Seite der Anzeigetafel ein gut erreichbarer Taster montiert. Wer ihn betätigt, dem wird die sichtbare Information über einen Lautsprecher angesagt. Die Taster sind einheitlich mit „Information“ sowohl in Brailleschrift als auch Normalschrift beschriftet.

Die an den Haltepositionen der Busse angebrachten Anzeiger sind vierzeilig und zur besseren Lesbarkeit geneigt aufgehängt. Sie informieren über die Abfahrtzeiten der dort haltenden Buslinien sowie über die aktuelle Uhrzeit.

Bei der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde auch darauf geachtet, dass er sich in die historische Umgebung des Bahnhofsgebäudes und des Fürstenbahnhofs einpasst. Die Dächer wurden zum Beispiel so konstruiert, dass die historischen Gebäude nicht verdeckt werden. Es wurde eine leichte Stahlkonstruktion gewählt und auf schwere Elemente, wie Stahlbeton, Mauerwerk und Verkleidungen, verzichtet. Die neuen Dächer nehmen die Farben und Materialien des neuen Bahnhofanbaus auf. Die Stahlstützen und in Verlängerung die Dachträger sind analog zur Pfosten-Riegel-Fassade des Neubaus beschichtet. Die Unterseiten der Dachfelder wurden mit großformatigen Faserzementplatten in einer hellen Farbe ausgeführt, damit der Fahrgast ein freundliches, helles Dach vorfindet. Die Dachoberflächen bestehen aus vorbewittertem und wartungsarmem Zinkblech. Auf dem Hauptdach ist eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von ca. 75 kWp installiert. „Mit der Anlage setzen wir auch ein Zeichen für die Zukunft, wir produzieren hier Strom für die Stromtankstellen am Bahnhof, die Brunnenanlage auf dem Vorplatz und für das Technische Rathaus“, sagt Hetjes. Die gesamte Beleuchtung besteht aus energiesparenden LED-Leuchten. Die Baukosten für die Dächer belaufen sich auf knapp eine Million Euro.

Bevor der Busbahnhof umgebaut werden konnte, wurden unterirdisch sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen neu sortiert und ein großes Regenrückhaltebecken hergestellt. Das Gesamtbaufeld betrug ca. 14.000 m² Grundfläche, davon ca. 8.000 m² Betonpflaster und 4.000 m² Asphaltfläche. Es wurde dabei auch eine der größten Brunnenanlage der Stadt Bad Homburg mit ca. 80 m² Wasserfläche verteilt auf 4 Becken errichtet. Dazu wurden 12 Laternen aufgestellt und ca. 14 Bäume neu gepflanzt.

Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes war ein sehr komplexes Bauprojekt, an dem viele verschiedene Fach- und Produktbereiche mitgewirkt haben. Neben einer großen Anzahl externer Fachplanungsbüros waren seitens der Stadtverwaltung die Bereiche Straßenbau, Stadtentwässerung, Grünflächen, Hochbau, ÖPNV, Stadtplanung, Verkehrsbehörde, Denkmalschutz, Behindertenbeauftragter, Vorbeugende Gefahrenabwehr, sowie die Stadtwerke und die Bahnhof GmbH beteiligt.

Baubeginn war vor dem Bahnhofseingang im September 2015. Der Umbau des Vorplatzes kostete insgesamt ca. 7,5 Millionen Euro. Das Projekt wurde durch das Land Hessen mit 1,5 Millionen Euro gefördert.