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Hölderlin Collage
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HÖLDERLIN 2020
O!
Valeria Castano

Valeria Castano | umher

Gustavsgarten

Installation aus Stahlblech, Erde, Grass 

Kontakt: valeriacastano.mgmailcom


Ihr Wälder schön an der Seite, Am grünen Abhang gemalt,

Wo ich umher mich leite, Durch süße Ruhe bezahlt,

Für jeden Stachel im Herzen, Wenn dunkel mir ist der Sinn,

Den Kunst und Sinnen hat Schmerzen Gekostet von Anbeginn. ​

Der Spaziergang, Friedrich Hölderlin 


In einer Zeit, in der Isolation die neue gesellschaftliche Maxime ist, stoßen wir immer wieder auf Leitsysteme, die diese Isolation herstellen. Grenzmarkierungen werden sichtbar gemacht, schützende Trennungen erzeugt, wobei sich die Installation ‚Umher‘ dieser Abgrenzung bedient, um sich gleichzeitig davon zu befreien.
Als Schauplatz des Projekts steht der Park als isoliertes Stück Natur, der das Stadtbild durchbricht und dessen einziger Trampelpfad durch die entworfene Landschaft lenkt. Während man dem Weg folgt, taucht ganz unaufdringlich ein zaunähnliches Element aus dem Boden auf, das mit jedem Schritt ein Stück weiter in die Höhe wächst und bogenförmig vom Pfad wegführt. Dabei verliert die Konstruktion wieder an Höhe und verschwindet genauso dezent im Grund, wie sie erschienen ist und hinterlässt eine Lichtung als offenes Ende.
Die Installation verleitet dazu, vom lenkenden Trampelpfad abzukommen und sich zu befreien, um sich weiter in die Natur abseits der geplanten Pfadperspektive zu begeben. Dies geschieht durch eine Konstruktion, die einen sogar mittels Handlauf begleitend an die Hand nimmt - wenn man möchte - und zu einer offene Wiese leitet, die ohne weiterführende Markierungen jegliche Entscheidungsmöglichkeiten bietet und offen hält. Die Tatsache, dass sich dieses Leitsystem inmitten eines anderen auftut, bietet den Interagierenden einen Aushandlungsprozess mit sich selbst, in dem man sich entscheiden kann, ob und wie man mit der Installation interagieren möchte: Lasse ich mich auf den alternativen Weg ein? Lehne ich mich kurz an, um zu verweilen? Umgehe ich ihn und folge dem Pfad?
Der deutsche Dichter Friedrich Hölderlin, der die Hälfte seiner Lebenszeit in einem Turmzimmer verbrachte, bemerkte zu seiner Zeit die Verbundenheit und Parallelen zwischen Natur und Mensch. Er erkannte in ihnen das gemeinsame Potenzial des Wachstums, der Öffnung, der Offenheit. Wie die Landschaften und der Himmel nicht geschlossen sondern offen sind, so ist es auch der Mensch.
Kontakt
Magistrat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe - Rathaus
Rathausplatz 1
61343 Bad Homburg v. d. Höhe
Telefon:
06172 100-1350
E-Mail:
stadtmarketingbad-homburgde
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